Aus dem Glossar des Informations- und Dokumentationszentrum fĂŒr Antirassismusarbeit e.V.:
âSolidaritĂ€t bedeutet, mit jemandem zusammenzuhalten und ihm beizustehen. Aus der Arbeiterbewegung kommend, verweist der Begriff auf den gemeinsamen Kampf aufgrund gleicher Interessen und eines darauf beruhenden ZusammengehörigkeitsgefĂŒhls. Doch Menschen können sich auch fĂŒr andere einsetzen, wenn sie sich nicht mit ihnen identifizieren können, etwa da sie keine Zugehörigkeiten teilen oder ganz andere Interessen oder Probleme haben. Das Konzept des VerbĂŒndet-Seins (auch Allyship oder VerbĂŒndetenschaft) versucht einen SolidaritĂ€tsbegriff zu etablieren, der unabhĂ€ngig von gemeinsamen Gruppeninteressen, einer geteilten IdentitĂ€t oder paternalistischem Mitleid ist. Jeder Mensch hat andere Privilegien, die in unterschiedlichen Kontexten eine Rolle spielen. Sich dieser Privilegien bewusst zu sein, sich darum zu bemĂŒhen, sie zu teilen, und sie bewusst einzusetzen, um die MachtverhĂ€ltnisse zu durchbrechen, auch wenn es mit Risiken wie dem Verlust eigener Privilegien einhergehen kann, bedeutet SolidaritĂ€t im Sinne des VerbĂŒndet-Seins.â 391
SolidaritĂ€t ist fĂŒr woke Aktivisten ein Codewort fĂŒr aktivistische IdentitĂ€tspolitik. SolidaritĂ€t kann daher auch nur von privilegierten Gruppen gegenĂŒber marginalisierten Gruppen verlangt werden.
Woke Aktivisten nehmen gerne bestimmte Ereignisse zum Anlass, um ihre eigenen politischen Forderungen als eine Art ĂŒberparteiliche SolidaritĂ€t mit den Opfern von UnterdrĂŒckung darzustellen (siehe BLM).392
HĂ€ufig werden den Menschen utopische Lösungen versprochen: In einer solidarischen Gesellschaft gibt es keine UnterdrĂŒckung mehr (siehe Befreiung). Um eine solche Gesellschaft zu erreichen, sollen woke Aktivisten die Politik bestimmen (siehe Transformation, Dekolonisierung und Sozialisation).393
Als unsolidarisch gilt jede Kritik an woken Sichtweisen; insbesondere Widerstand gegen IdentitÀtspolitik, Gleichstellung, Fortschritt und Klimagerechtigkeit.